Mythen & Ammenmärchen

„Eine Pause von 2 Stunden muss eingehalten werden, damit die „alte“ Muttermilch sich nicht mit der frischen Muttermilch mischt. Dies kann sonst Bauchschmerzen verursachen.“
Die Muttermilchpassage durch den Magen findet innerhalb von 1-1 1/2 Stunden statt. Die Magensäure verändert die Muttermilch so, dass keine unverdaute Milch liegen bleiben kann. Künstliche Säuglingsmilch hat eine längere Magenpassage und brauchen länger bis sie verdaut sind.„Bei jeder Stillmahlzeit müssen beide Brüste leer getrunken werden, sonst gibt es einen Milchstau.“
Eine Brust kann nie leer getrunken werden, sie funktioniert nicht wie eine Flasche. Es wird ständig Milch nachgebildet. Die Brüste sollten nach der Stillmahlzeit weicher sein. Ein ausreichend langes Stillen an der einen Seite und bei Bedarf an der anderen Seite sowie ein Wechsel zwischen den Seiten sind ausreichend. Ein Milchstau wird durch Stress verursacht. Deshalb ist es wichtig, dass die Mutter sich genügend Ruhe gönnt und Unterstützung erhält. Besuche am besten auf ein Minimum beschränken, Schlafen, wenn immer möglich, auch tagsüber, wenn das Baby am schlafen ist.

„Ich habe zu wenig Milch.“
Über 95 % der Frauen können voll stillen, wenn sie das wollen. Form und Größe der Brust, wie oft fälschlicherweise angenommen wird, haben nichts mit der Fähigkeit, stillen zu können, zu tun. Das Brustdrüsengewebe vermehrt sich bereits während der Schwangerschaft. Ein Neugeborenes, möglichst gleich nach der Geburt angelegt, löst beim Saugen Hautnervenreize aus. Diese veranlassen, dass die Hormone Oxytocin (bewirkt, dass sie Milchbläschen und Milchgänge zusammenziehen und die Milch herausdrücken) und Prolaktin (regt die Milchproduktion an) freigesetzt werden. Allein das Anlegen nach Bedarf fördert die Milchproduktion und stellt sie auf die Nachfrage des Kindes ein. Jedes Fläschchen künstlicher Säuglingsnahrung, das zugefüttert wird, ist der Anfang vom Abstillen.

„Dass ich nicht stillen kann, ist vererbt.“
Stillen ist gelernt, weder vererbt, noch angeboren.

„Stillen ist am Anfang immer schmerzhaft.“
Stillen darf nicht weh tun! Wichtig ist von Anfang an ein korrektes Anlegen. Tatsache ist, dass die Brustwarze sich an die neue Belastung gewöhnen muss, so kann es vorkommen, dass Stillen am Anfang etwas unangenehm ist.

Viele Frauen verspüren in den ersten Tagen einen starken Ansaugschmerz. Mit Zunahme der Milchmenge verringert sich dieser. Wichtig ist, nach dem Ansaugschmerz soll das Stillen bei nicht gereizten, intakten Brustwarzen nicht weiter weh tun. Andauernde Schmerzen können ein Hinweis sein, dass das Baby nicht korrekt saugt. Hier ist so früh wie möglich die Hilfe einer Stillberaterin nötig.

„Um wunde Brustwarzen zu vermeiden sollte am Anfang nur 5 Min. gestillt werden.“
Die korrekte Stillposition und das korrekte Saugen sind zur Vermeidung von wunden Brustwarzen ausschlaggebend.

„Um wunde Brustwarzen zu vermeiden sollten diese in der SS abgehärtet werden (Zahnbürste, frottieren, u.v.a.).“
Die Montgomerydrüsen sondern ein Lubrikat ab, das die Brustwarzen optimal pflegt und vorbereitet. Dieses Lubrikat wirkt sogar hemmend auf Bakterien. Bei zu starkem Reiben, z.B. Mit Frottiertuch, entfernt man diese natürliche Pflege.

„Frauen mit Flach- oder Hohlwarzen können nicht stillen.“
Falsch! Babys werden nicht mit der Brustwarze gestillt, sondern mit der Brust. Obwohl es für das Baby leichter ist, die Brust zu fassen, wenn die Brustwarze auswärts gerichtet ist, ist das keine absolute Notwendigkeit. Ein richtiger Stillbeginn beugt Problemen vor und Mütter mit allen möglichen Arten von Brustwarzen können perfekt stillen.

In der Vergangenheit wurde oft der Gebrauch von Stillhütchen empfohlen. Dieses Hilfsmittel sollte allerdings nicht benutzt werden, besonders nicht in den ersten Lebenstagen! Wenn es auch eine Lösung zu sein scheint, bewirkt es jedoch oft eine unzureichende Nahrungsaufnahme und einen ernsthaften Gewichtsverlust und macht es noch schwerer, das das Baby die Brust richtig fassen kann.

„Stillen macht schlaffe Brüste.“
Die Form der Brust ist genetisch festgelegt. Die Brust wird in der Schwangerschaft auf das Stillen vorbereitet, diese Veränderung passiert unabhängig vom Stillwunsch der zukünftigen Mutter. Nach der Schwangerschaft oder Stillzeit dauert es einige Zeit, bis das Drüsengewebe sich zurückgebildet hat und wieder mehr Fett eingebaut wird. Dann hat die Brust wieder ihre Form.

Die größten Veränderungen passieren somit durch die Schwangerschaft und allgemein durch das Älterwerden.

„Moderne Flaschenmilch ist fast so gut wie Muttermilch.“
Falsch! Das gleiche wurde 1900 und früher gesagt. Moderne Milchersatzprodukte sind der Muttermilch nur oberflächlich ähnlich. Jede Korrektur eines der Mängel der synthetischen Milch wird als Fortschritt angepriesen. Im Grund sind diese Produkte ungenaue Kopien, die auf einem überholten und unvollständigen Wissen dessen, was Muttermilch überhaupt ist, beruhen.

Flaschenmilch enthält keine Antikörper, keine lebenden Zellen, keine Enzyme, keine Hormone. Sie enthält viel mehr Aluminium, Magnesium, Kadmium und Eisen als Muttermilch. Ausserdem enthält sie  bedeutend mehr Proteine als Muttermilch. Die Proteine und Fettanteile unterscheiden sich völlig von denen, der Muttermilch.

Flaschenmilch ändert sich nicht vom Beginn zum Ende einer Mahlzeit, oder vom Tag eins zum Tag 7 oder Tag 30, von Mutter zu Mutter, oder von Baby zu Baby. Muttermilch wird genau den Bedürfnissen des Babys entsprechend produziert. Synthetische Milch hingegen wird mit dem Ziel hergestellt den Bedürfnissen aller Babys zu entsprechen, also keinem. Alles was Flaschenmilch bieten kann, ist Babys schön wachsen zu lassen, aber Stillen bietet weitaus mehr: die Nähe zur Mutter und den liebevollen Hautkontakt, damit sich das Baby sicher und geborgen fühlt.

„Eine stillende Frau darf kein blähendes Gemüse essen, weil sonst das Baby Koliken bekommt.“
Es gibt keinen allgemeingültigen Ratschlägen, was eine Mutter essen sollte. Warnungen vor dem Genuss von blähenden Lebensmitteln, wie z. B. Kohl oder Knoblauch, sind rein theoretischer Natur. Eine stillende Mutter sollte versuchen, auf eine gesunde Ernährung zu achten, viel frisches Obst und Gemüse, am besten aus biologischem Anbau zu essen. Sie muss keine Milch trinken, um Milch zu erzeugen. Es kann zwar vorkommen, daß bestimmte Lebensmittel, die die Mutter isst, auf das Kind negative Auswirkungen haben, aber das ist eher die Ausnahme. Meistens kann einem Baby, das an „Koliken“ oder „Blähungen“ leidet, eher durch eine verbesserte Stilltechnik geholfen werden als durch Änderung der Ernährungsgewohnheiten der Mutter. Zudem sind ‚Koliken’ ganzheitlich zu betrachten. Häufig ist dieses Unwohlsein der Babys auf andere Ursachen zurückzuführen.  Wenn das Baby häufig schreit, sich evt. windet oder sonst mit Unmutslauten bemerkbar macht, hat dies immer einen Grund. Oft versucht es beispielsweise die Eltern auf seine Ausscheidungsbedürfnisse aufmerksam zu machen. Babys haben von Geburt an die Fähigkeit, uns mitzuteilen, wann sie Pipi machen müssen. Sie  resignieren  und verlernen es jedoch, wenn dies ignoriert wird und sie gezwungen sind in ihre ‚Wäsche’ sprich Windeln zu machen ( Windelfrei).

„Die Mutter darf während der Stillzeit keine Zitrusfrüchte essen.“
Nicht jedes Kind reagiert nach dem Genuss von Zitrusfrüchten durch die Mutter mit einem wunden Po. Daher sollte durch umsichtiges Ausprobieren herausgefunden werden, ob dem so ist.

„Rivella ist milchbildend.“
Milchsäure hat nichts mit der Milchbildung beim Mensch zu tun. Zur Milchbildung reichen 1-3 Tassen Milchbildungstee täglich, falls das Bedürfnis danach besteht.

„Wenn die Mutter eine Operation hatte, muß sie einen Tag lang warten, bevor sie wieder stillen kann.“
Falsch! Die Mutter kann sofort nach der Operation stillen, sobald sie sich dazu in der Lage fühlt. Normalerweise verlangen weder die Medikamente, die für die Narkose verwendet wurden, noch die schmerzstillenden Mittel oder die Antibiotika, die nach dem operativen Eingriff verwendet wurden, eine Stillpause.

Fortschrittliche Krankenhäuser werden Mütter und Babys zusammen unterbringen, wenn entweder für die Mutter oder das Baby ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist, damit weitergestillt werden kann. Viele Richtlinien, die das Stillen einschränken, wurden mehr zum Vorteil des Krankenhauspersonals, als zum Nutzen von Mutter und Kind erlassen.

„Wenn ich selbst an einem Infekt erkrankt bin, darf ich nicht weiterstillen.“
Im Gegenteil! Das Immunsystem der Mutter produziert Abwehrstoffe gegen die Krankheit. Die Abwehrstoffe gehen in die Milch über und wirken quasi wie eine für das Kind extra verordnete Medizin. Bei Kindern, die sich bereits bei ihrer Mutter angesteckt haben, kann es sein, dass die Abwehrstoffe in der Muttermilch zumindest bewirken, dass der Krankheitsverlauf beim Kind nicht so gravierend und die Krankheit schneller überstanden ist.

Im Übrigen gibt es fast keine Krankheiten der Mutter, die nicht mit dem Stillen vereinbar sind. Auch in diesen Fällen informiert das embryonaltoxikologische Institut in Berlin.

„Brustentzündung (Mastitis) ist ein Grund zum Abstillen.“
Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Mit Hilfe einer Fachperson und rascher, korrekter Therapie der Brustentzündung kann unter Umständen eine Antibiotikatherapie verhindert werden.
Falls Antibiotika verabreicht werden müssen, ist dies auch kein Abstillgrund.

„Ich musste wegen Medikamenteneinnahme abstillen.“
In den allermeisten Fällen gibt es alternative Medikamente, die mit dem Stillen vereinbar sind. Das gilt insbesondere auch für Antibiotika.

„Nächtliches Stillen führt zu Karies.“
Auslöser für Karies ist ein Bakterium mit dem Namen Streptokokkus mutans.
Weder Langzeitstillen noch nächtliches Stillen fördern Karies. Lange gestillte Kinder, die auch zum Einschlafen und während der Nacht gestillt werden, haben nicht mehr Karies als andere Kinder. Anders als beim Dauernuckeln am Fläschchen werden beim Stillen die Zähne nicht ständig mit Milch umspült, da  die Milch erst weit hinter den Zahnleisten in den Mund gelangt und von dort geschluckt wird. Selbstverständlich ist auch für Stillkinder die regelmäßige Zahnpflege notwendig.

„Flaschenkinder schlafen besser durch als mit Muttermilch ernährte Kinder.“
Da Schoppenpulver schwerer verdaulich ist, entsteht der Eindruck, dass die Kinder dann länger schlafen. Die Erfahrung zeigt aber dass die Umstellung auf Flaschennahrung oft nicht die gewünschte Veränderung bringt.

„Frühgeborene Kinder müssen zuerst aus der Fläschchen trinken, bevor sie mit dem Stillen beginnen können.“
Frühgeborene Kinder werden beim Stillen weniger gestreßt als beim Füttern mit der Flasche. Auch ein Baby, das 1200 Gramm oder gar weniger wiegt, kann mit der Brust beginnen, sobald es stabil genug dafür ist, auch wenn es vielleicht einige Wochen nicht daran saugt. Es lernt jedoch dabei und erfährt durch das Halten Nähe, was sehr wichtig für sein und der Mutter Wohlbefinden ist. Nicht das Gewicht des Babys oder die Schwangerschaftsdauer sind entscheidend, als vielmehr die Saugbereitschaft. Es gibt keinen einzigen zusätzlichen Grund frühgeborene Kinder mit dem Fläschchen zu füttern, als es für reif geborene Babys gibt. Wenn Zufüttern wirklich notwendig ist, dann gibt es dafür Möglichkeiten, bei denen keine Sauger verwendet werden müssen.

„Babys mit Lippenspalte und/oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalte können nicht gestillt werden.“
Das Stillen klappt bei einigen sehr gut. Babys, die nur eine Lippenspalte haben, können meistens gut gestillt werden. Vielen Babys ist es aber unmöglich, die Brust richtig zu fassen. Allerdings kann das Stillen nicht klappen, wenn es gar nicht erst versucht wird. Ob ein Baby an der Brust trinken kann, hängt nicht immer vom Grad der Behinderung ab. Das Stillen sollte so oft wie möglich versucht werden. Wenn Flaschen gegeben werden, so wird dadurch die Stillbereitschaft des Babys gestört. Wenn gefüttert werden muß, dann kann und sollte eine Tasse der Flasche vorgezogen werden. Die Technik des Fingerfütterns kann vereinzelt bei Kindern mit Lippenspalte oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalte erfolgreich sein.

Muttermilch ist am Anfang – fettreicher, nachher wird sie wässriger.“
Genau das Gegenteil ist der Fall. Muttermilch enthält in allen Muttermilchstadien ausreichend Wasser. Das Kolostrum ist in kleinen Mengen vorhanden, konzentrierter und sieht zähflüssiger aus. Die Übergangsmilch, wie auch die reife Muttermilch sind anfangs der Stillmahlzeit wässriger und werden dann fettreicher. Je mehr Muttermilchmenge gebildet wird und je grösser die Verzehrmengen des Säuglings sind, desto grösser ist der Wasseranteil. Bei der reifen Muttermilch setzen sich 100 ml aus 88% Wasser und 12% festen Bestandteilen zusammen.

„Stillkinder benötigen zusätzliches Vitamin D.“
Falsch, abgesehen von besonderen Umständen (zum Beispiel wenn die Mutter während der Schwangerschaft einen Vitamin-D-Mangel hatte). Das Baby hat Vitamin D während der Schwangerschaft gespeichert. Regelmäßiger Aufenthalt im Freien ist die beste Voraussetzung für ausreichend Vitamin D.

„Ein Stillkind benötigt bei sehr heißem Wetter zusätzliches Wasser.“
Die Muttermilch enthält die Menge Wasser, die ein Baby braucht.

„Voll Stillen länger als 6 Monate führt zu Eisenmangel beim Kind.“
Ein voll gestilltes Kind, das als reifes Neugeborenes auf die Welt kam, erleidet normalerweise keinen Eisenmangel. Das in der Muttermilch enthaltene Eisen wird zu 50% verwertet (Vergleich: Kuhmilch: 10%, mit Eisen angereicherte Säuglingsnahrung: 4%). Vollgestillte Kinder, die erst nach dem 7. Monat Beikost erhielten oder gar noch später, litten als Kleinkinder nicht an Blutarmut, im Gegenteil, ihre Hämoglobinwerte waren sogar besser als die von gestillten Kindern, die bereits vor dem 7. Monat Beikost erhielten.

„Muttermilch ist zu dünn und ab dem 6. Monat nicht genug nahrhaft.“
Muttermilch ist immer dem Bedürfnis des Kindes angepasst. Sie enthält alles was das Baby braucht und versorgt es ausreichend mit Flüssigkeiten und Nährstoffen. Reife Muttermilch bleibt in Bezug auf Kaloriengehalt (68 kcal/100 ml), Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate etc. in ihrer Zusammensetzung während der gesamten Stillzeit gleich. Ausnahmen: Die Milch der Mütter von Frühgeburten hat eine besondere Zusammensetzung und das Kolostrum (die Vormilch oder Neugeborenenmilch) ist besonders reich an Abwehrstoffen, deren Anteil in der Muttermilch nochmals mit ca. einem halben Jahr sowie im zweiten Lebensjahr ansteigt, also dann, wenn das Kind mobiler wird und Kontakt zu seiner Umgebung aufnimmt. Der Körper der Frau sorgt zuerst für das Baby. Das heisst, wenn es einen Mangel an Nährstoffen gibt, dann spürt das zuerst die Mutter. Ihre Ressourcen werden angegriffen.

Qualitätsgarant ist das Milchbildungshormon Prolaktin. Bei unterernährten Frauen wird in der Regel ein höherer Prolatkinspiegel nachgewiesen. Das Prolaktin sorgt dafür, dass die Muttermilch eine gleich bleibende Qualität behält.

„Wenn Babys abends richtig satt und vollgefüllt sind, schlafen sie besser.“
Das ist ein Argument, dass die Industrie gern ausnutzt, damit der „Gute-Nacht-Brei“ gefüttert wird. Doch leider funktioniert es weder bei uns Erwachsenen, noch bei den Babys. Wir Erwachsene sollen abends eine leichte Kost zu uns nehmen, um besser schlafen zu können. Babys haben ein anderes Schlafverhalten als Erwachsene, doch auch sie werden nachts meist nicht deshalb wach, weil sie Hunger haben sondern aus anderen Gründen. Sie schlafen gern beim Stillen wieder ein, Stillen macht sowohl das Baby als auch die Mutter müde.

„Spätestens, wenn die ersten Zähne kommen, braucht das Baby feste Nahrung.“
Ob, ein Kind bereit ist, Beikost zu sich zu nehmen, hängt von folgenden Kriterien ab:

  • Es ist in der Lage alleine aufrecht zu sitzen
  • Der Zungenstoßreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt
  • Es zeigt Bereitschaft zum Kauen
  • Es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken
  • Es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen lässt

„Wenn man mit Beikost beginnt, sollte man lieber abstillen.“
Im Gegenteil man sollte, wenn gewünscht, die Stillfrequenz erhöhen um die Muttermilch Produktion anzukurbeln. Mit Sicherheit profitiert das Baby von jedem Tropfen Muttermilch. Muttermilch bzw. Stillen soll solange wie möglich als Hauptnahrung dienen, Babys sollen allmählich und aus eigenem Antrieb andere Nahrungsmittel (biologische Früchte, Gemüse) nach und nach entdecken dürfen.

„Mein Baby hat sich von alleine abgestillt.“
Ein Baby unter einem Jahr stillt sich normalerweise nicht selber ab, es sei denn, das Abstillen wird von der Mutter bewusst oder auch unbewusst (falsche Schlussfolgerungen) forciert. Gründe für die Brustverweigerung können insbesondere sein:

  • Saugverwirrung (kann durch den Einsatz von Fläschchen und/oder Schnuller verursacht werden)
  • Stillstreik (oft Folge einer Saugverwirrung)
  • Erkältung des Kindes, insbesondere starker Schnupfen
  • Zahnen
  • zu viele äußere Reize, die das Kind ablenken

Mit viel Geduld und viel Körperkontakt ist es möglich, das Kind wieder zu bewegen, an der Brust zu trinken. Es empfiehlt sich, dazu Kontakt mit einer Stillberaterin aufzunehmen.

„Stillen während einer erneuten Schwangerschaft erhöht das Risiko einer Fehlgeburt.“
Eine erneute Schwangerschaft und Stillen schließen einander nicht aus, vorausgesetzt, die Schwangerschaft verläuft ohne Komplikationen. Aus medizinischen Gründen empfiehlt es sich abzustillen bei:

  • Schmerzen in der Gebärmutter
  • Blutungen
  • vorangegangenen Frühgeburten
  • ununterbrochenem Gewichtsverlust der Mutter im Verlauf der Schwangerschaft.

„Langes Stillen – über ein Jahr hinaus – verzieht die Kinder.“
Stillen bleibt auch nach einem Jahr ein Grundbedürfnis des Babys. Muttermilch ist weiterhin das wichtigste Hauptnahrungsmittel und enthält alles, was das Kind braucht. Unicef und die Weltgesundheitsorganisation WHO empfehlen mindestens 2 Jahre zu stillen mit langsamer Einführung von Beikost. Wie lange ein Kind gestillt wird, sollte jede Mutter für sich entscheiden. Das natürliche Abstillalter gemäss Studien der Anthropologin K. Dettwyler liegt zwischen 2 und 7 Jahren. Weltweit werden Millionen Kleinkinder gestillt, nur in unserer westlichen Gesellschaft ist dies leider in Vergessenheit geraten. Langzeitstillen hat nicht nur gesundheitliche Vorteile, sondern gibt dem Kind die benötigte Nähe und fördert die Akzeptanz zwischen Geschwistern.

Links:

www.stillen.ch
www.rabeneltern.org
www.stillberatung.ch