Stillen – Milchbildung, Stillen nachts & Mama-Babybett

Es gibt Mütter, die befürchten, nicht genügend Milch für ihr Baby zu haben. Die wichtigste und einfachste Regel lautet: Stillen nach Bedarf! Die Nachfrage regelt das Angebot. Je häufiger das Baby angelegt wird, desto mehr Milch wird ‚produziert‘. Dabei ist es wichtig, wenn möglich, nicht zusätzlich mit Flaschenmilch noch zuzufüttern. Dies würde die Muttermilchmenge verringern.

Stress ist ein häufiger Grund für weniger Milch oder Milchstau. Deshalb lege ich allen Müttern, gerade in den ersten Lebensmonaten des Babys ans Herz, jegliche Hektik, übermässig viel Besuch oder Termine soweit es geht zu vermeiden. Mutter und Baby sind in dieser Zeit ein besonders sensibles Gespann und benötigen in erster Linie einen ruhigen, angenehmen Tagesablauf. Auch Unterstützung im Haushalt oder der Betreuung von Geschwistern durch den Mann, Grosseltern, Familie und Freunde hilft mit, ein harmonisches Umfeld zu erschaffen, indem sich Mutter und Baby wohl fühlen.

Zur Anregung der Milchmenge gibt es neben dem häufigen Anlegen des Babys auch einige nützliche Hilfsmittel:

  • Milchbildungstee 1 – 2 Tassen am Tag (nicht übertreiben, ein zuviel kann seine Wirkung verlieren)
  • Milchbildungsöl (zB. von Weleda)
  • Stillkugeln nach I. Stadelmann
  • Plazentanosoden
  • Bachblüten zur Unterstützung des seelischen Gleichgewichts der Mutter
  • viel Wasser trinken!

Hier nochmals der Link auf meine Seite zur Milchbildung:

 http://www.babyglueck.ch/stillen/milchbildung.php

Stilltee

Tropfen

Bei mir waren Milchrückgang oder Milchstau vor allem beim ersten Kind noch ein Thema. Ich habe wirklich gesehen, dass es einfach immens wichtig ist, selber im Gleichgewicht zu sein, damit das Stillen einfach und problemlos funktioniert. Der Wechsel der Hormone von Schwangerschaft, Geburt hin zur Wochenbett- und Stillzeit ist nicht zu unterschätzen. Es kann bei frisch gebackenen Müttern geradezu ein Gefühlschaos auslösen oder sogar zu postnatalen Depressionen führen. Dies muss aber nicht sein. Wenn ich weiss, dass ich in dieser Zeit eine ‚dünne Haut‘ habe und besonders sensibel auf äusssere Einflüsse reagiere, kann ich mich davor ganz gut schützen und mir und dem Baby ein geborgenes Nest aus Ruhe und Gemütlichkeit schaffen.

Beim zweiten und dritten Baby achtete ich deshalb bewusst auf sehr viel Ruhe und Privatsphäre. Mein Mann hat mich immer hervorragend unterstützt mit den Kindern und im Haushalt und mir auch viel Arbeit abgenommen. Aus diesem Grund hatte ich bei beiden Jungs eine sehr angenehme Wochenbett- und Spätwochenbettzeit. Milchstau oder zuwenig Milch kamen gar nie vor. Ich konnte die Zeit mit dem Baby wirklich geniessen.

Dazu gehört auch sich selber, als frisch gebackene Mutter Gutes tun zB:

  • frische, gesunde Nahrung (wichtig für die ganze Stillzeit!)
  • ein entspannendes Bad nehmen, (ich weiss, ist manchmal schwierig, die Zeit zu finden, aber eine ausgiebige Dusche tut auch gut)
  • sich für einen Moment zurückziehen
  • eine entspannende Massage gönnen
  • spazieren gehen an der frischen Luft (am besten Baby gleich im Tragtuch mitnehmen)
  • entspannende Musik hören
  • Entspannungstechniken, Yoga, Meditation
  • ein paar Seiten in einem guten Buch lesen
  • sich mit jemandem austauschen
  • NICHTS TUN!
  • Schlafen

Den letzten Punkt möchte ich besonders hervorheben. Deshalb folgt gleich noch ein Eintrag zum Thema Familienbett und  Mama-/Kindbett.  Genügend Schlaf ist die beste Massnahme, selber wieder zu Kräften zu kommen. Viel Ruhe und ausreichend Schlaf fördern die Milchmenge.

Abgesehen davon, dass ein Baby auch nachts unsere Nähe und Geborgenheit braucht, ist es gerade für mich als Mutter am einfachsten, wenn mein Kind nachts neben mir liegt, um es zu stillen. Somit erspare ich mir jegliche unnötige nächtliche Aktivität mit aufstehen, Baby aus dem Bett nehmen, wieder ablegen und ins Bett torkeln. 🙂

Es ist wirklich die angenehmste Variante. In Kombination mit windelfrei geht das auch ganz einfach folgendermassen:

Sobald ich nachts erwache, weil Anael neben mir unruhig ist, sich hin und herwälzt oder sonst bemerkbar macht (es muss gar nicht erst schreien!), setze ich mich auf, nehme den kleinen Spatz an die Brust zum stillen und halte ein Asiatöpfchen (es geht auch jede sonstige Unterlage, Fliess, Tuch, Windel etc.) unter den Po. Meist macht er gleich beim Stillen sein Pipi. Dann nehme ich das Töpfchen weg und Anael trinkt noch zu Ende. Danach einfach wieder ablegen, daneben kuscheln und weiterschlafen.

Damit ich Anael und das Töpfchen nachts rasch finde, lasse ich die ganze Nacht eine kleine Salzkristalllampe brennen. Dies gibt ein angenehmes, schummriges Licht, bei dem ich mich trotzdem rasch zurecht finde. Mittlerweile ist es für mich so selbstverständlich und eingespielt, dass ich die Handlungen auch bei totaler Dunkelheit im Halbschlaf ausführe.

Somit komme ich auch mit mehrmals Stillen in der Nacht zu genügend Schlaf und bin fit und ausgeruht für den Tag. Das Familienbett, bezw. Mama-Kind-Bett hat sich bei uns bestens bewährt. Für Patrick, der arbeiten muss und einem anderen Schlafrhytmus folgt (morgens früh aufstehen) ist ein Mama-Baby Bett auch ideal. Denn genügend Schlaf braucht nicht nur die Mutter sondern auch der Vater. Deshalb schlafe ich mit unserem Kleinsten im Mama-Baby-Schlafzimmer. Leonie und Elyah schlafen je nach Laune im Kinderzimmer oder bei Papa, manchmal auch bei mir. Fazit: Wir schlafen alle bestens! 🙂

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