Naya Wiese

Schreibaby? Zufriedenheit durch Erfüllung der Grundbedürfnisse

Was hat die Zukunft unserer Gesellschaft mit Windelfrei zu tun? Welche Prägungen erhält mein Baby? Was kann ich tun, wenn ich ein sogenanntes ‚Schreikind‘ habe? Was sind die wahren Grundbedürfnisse eines Babys?…

Heute begegnete ich auf dem Spielplatz einer Frau mit ihrem Baby, welches aus Leibeskräften schrie. Ich habe sie schon einige Male gesehen. Das kleine Würmchen schreit oft längere Zeit und lässt sich schlussendlich nur mit der Flasche einigermassen beruhigen. Mal mehr, mal weniger, sodass sie den Spielplatz meistens fluchtartig verlässt. Ein Bild, das wohl jeder kennt. Doch was machen? 

Anael Tragen ArmIn erster Linie, das Baby zu sich nehmen! Es ist erstaunlich wieviele Eltern das Baby in den Kinderwagen verfrachten, womöglich noch ein Tuch darüber, um dem Kind ja nicht zu nahe zu sein. Dann wird lange hin- und hergeschaukelt, in der Hoffnung, das Baby möge sich beruhigen. Was läuft falsch?

Warum ist es für den westlichen Menschen so schwer zu Verstehen, dass ein Baby 9 Monate lang die Geborgenheit, Nähe und die Bewegung der Mutter gespürt hat und nun, genau dies benötigt. Ein Baby benötigt genau diese Nähe. Warum die Bewegung durch das Tragen so wichtig ist für die Entwicklung des Kindes, darauf gehe ich in einem weiteren Artikel oder Video ein.

Bitte, nimm dein Baby einfach in erster Linie zu dir hoch, wenn es weint. Das ist das natürlichste Verhalten, nicht nur bei uns Menschen. Primaten machen dies in einer Selbstverständlichkeit, denn sie wurden nie durch Erziehung oder Medien getrimmt. Sie folgen einfach dem natürlichen Drang, der inneren Stimme und lassen die Kleinen bei sich schlafen und tragen sie herum. Ja, auch wir sind sogenannte Traglinge.

Anael Tragen

Doch zurück zum Schreien. Was, wenn sich das Baby nicht beruhigt, auch nicht durch Stillen. Denn das ist auch oft der Fall und auch normal. Was für ein Grundbedürfnis steckt noch dahinter? Darauf musste ich erst selber kommen. Das stundenlange Schreien kenne ich noch von unserem ersten Kind Leonie, es geht mir deshalb sehr nahe, wenn ich ein Kind lange schreien höre. Damals war ich in der gleichen Situation, bis ich auf Windelfrei und gestoßen bin.

Ayleen Asiatöpchen windelfrei

Ayleen windelfrei auf Asiatöpfchen im Europapark

Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass Babys sich auch mitteilen, wenn sie mal müssen, also den Druck verspüren für Pipi oder Gaga. Wird nicht auf erste Zeichen reagiert, wie zB. unruhig werden, wild strampeln, mit den Armen wedeln, sich durchstrecken, An-und Abdocken beim Stillen, etc. dann wird das Baby schließlich mit Weinen, später mit lautem Schreien auf sich aufmerksam machen.

Stillen, Schnuller oder Flasche geben sind dann meist nur vorübergehende Hilfsmittel. Das Baby wird zum Dauernuckler. Später kann sich dies auch zB. in übermässiger Nahrungsaufnahme, Trost im Essen, äussern.

Ein ruhiges Baby bedeutet nicht automatisch, dass all die Bedürfnsse erfüllt werden. Es gibt ruhige Kinder aus Zufriedenheit und es gibt leider auch viele, die resigniert haben, deren Willen gebrochen wurden. Dies Kinder sind wie leere Hüllen , ein leerer Blick, kaum Reaktion, motorische und geistig langsamere Entwicklung.

Babys schützen sich davor selber, koppeln sich ab von der Umwelt und Bezugsperson, da dies nur zu Schmerz und Leid führt, weil keine Reaktion zu erwarten ist. Hast du dir selber schon mal Gedanken gemacht, was so ein Leben bedeutet? Ein solcher Rückzug des kleinen Menschen hinterlässt Spuren in der seelischen, körperlichen und mentalen Entwicklung. Retardierung, Autismus, Beziehungsunfähigkeit, Suchtverhalten, Kompensationszwang, SIDS…… was hängt wohl alles mit unseren ersten Prägungen zusammen, die wir während der Schwangerschaft, Geburt und in den ersten Lebensjahren mitbekommen? Auf die Impfproblematik, die da auch mitspielt gehe ich hier bewusst nicht ein.

Das soll nicht heissen, dass solche tragischen Folgen nur mit dem Vernachlässigen der Grundbedürfnisse eines Babys zusammenhängen. Vielmehr geht es darum, die besten Voraussetzungen für dein Kind zu ermöglichen, damit ein lebensbejahender, in sich ruhender Mensch daraus wachsen kann. Jemand, der sich  geborgen, geliebt und angenommen fühlt. Dies nicht anhand seines Berufes, Position, Konsum, Besitz, Erfolg und Tun, sondern lediglich aus seinem SEIN heraus. Ein Mensch, des sich selber liebt und diese Liebe weiter geben kann. Ein Mensch, der sich wohl fühlt hier auf Erden, naturverbunden, kooperierend, kreativ, voller Freude und Spass, hier auf diesem Planeten zu leben, zu sein.

Dieser Gedanke gefällt mir so sehr! Deshalb widme ich mein ganzes Tun den Anfängen der neuen Gesellschaft, den kommenden Generationen, Kindern und Babys. Unsere Kinder sind unsere eigene Zukunft, wortwörtlich…

Wald

Welchen Einfluss hast du als Mutter oder Vater, deinem Baby ein Urmuster an Verständnis, Geborgenheit, Vertrauen und kreativer Interaktion mitzugeben!

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Sommer 11 k

Doch zurück zu meiner Geschichte. Auch Leonie, unser erstes Kind hatte die ersten 2 ½ Monate oft und lange geschrien. Sie war permanent an meiner Brust und ich hatte kaum Schlaf. Bis ich am Ende meiner Kräfte war und die Lösung fand: Windelfrei und permanentes Tragen. Dadurch, dass ich auf ihre Ausscheidungsbedürfnisse einging, entwickelte sie sich zu einem wunderbar zufriedenen Baby. Was für eine Erleichterung! Die ganze Geschichte habe ich auch in meinen Büchern beschrieben.

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Denn was die meisten nicht wissen: Ein Baby weint nicht nur, wenn es Hunger hat, sondern auch, wenn es mal muss! Das ist ganz wichtig zu verstehen. Babys haben von Natur aus ein Empfinden für ihre Ausscheidung. Das heisst, sie spüren den Druck und reagieren auch dementsprechend, wenn man sie abhält. Das ist wie bei uns Erwachsenen auch. Stell dir mal vor, du müsstest dein ‚Geschäft‘ im Liegen in deine Kleidung erledigen. Kein wirklich angenehmer Gedanke.

Wie erleichternd ist da, eine sitzende Position mit freiem Po. Genauso ist es auch für ein Baby. Sie können sich natürlich daran gewöhnen, in ihre Kleidung, sprich in Windeln zu machen. Doch wie gesagt, viele reagieren darauf mit Weinen, weil es nicht dem natürlichen Verhalten entspricht. Die sogennannten ‚Koliken‘ haben damit zu tun. Denn wenn das Baby versucht, sein Gaga zurückzuhalten oder gar mehrere Tage gar keines macht, führt dies unweigerlich zu Unwohlsein und Bauchschmerzen.

Ein weiterer Punkt ist das mühsame umtrainieren der Kleinkinder oder auch grösseren Kindern. Denn jahrelang waren sie es sich gewohnt, in ihre Kleidung, also Windeln zu machen. Das Umlernen auf den Topf oder das Klo ist folglich mit Schwierigkeiten verbunden. Das muss alles nicht sein!

Ich kann wirklich nur empfehlen: beachte die Zeichen deines Babys! Dazu gehört eben auch eine regelmässige Ausscheidung, was mit dem Abhalten am natürlichesn funktioniert. Dies ist ebenso ein Grundbedürfnis wie das Stillen, Tragen oder die Nähe der Eltern beim Schlafen.

Anael und Patrick

Selber wäre ich wirklich froh gewesen, hätte ich mich schon vor der Geburt mit diesem Thema befasst und mir die erste schwierige Zeit ersparen können. Aus diesem Grund rate ich allen Eltern dies zu beachten, insbesondere, wenn es sich um ein Baby handelt, welches nicht resigniert, sondern weiterhin mit dem Schreien versucht, auf sein Bedürfnis aufmerksam zu machen. Denn das ist bereits der Anfang.

Mit nun fünf windelfreien Kindern habe ich wirklich dermassen positive Erfahrungen gemacht, dass ich dies gerne auch in Kursen weitergebe. Probieren geht schlussendlich über studieren. :-)

Nicht verzagen, einfach mal windelfrei ausprobieren! Viel Erfolg!

Nadine

www.nadinewenger.ch

www.babyglueck.ch

Ayleen Fotoshooting

 

 

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